JCNF

“Ihre Majestät:
Der König!”

Jägerkönig-Schießen

Seit 1975 ermittelt das Jägercorps jährlich seinen Jägerkönig. Bis heute werden die hiermit verbundenen Kosten aus der Corpskasse finanziert, so dass jeder aktive Jäger hieran teilnehmen kann und für ihn, mit Ausnahme der Hofs-Garderobe Ihrer Majestätin natürlich, keine großen finanziellen Kosten auferlegt werden.

Wohl kommt er für die Orden seiner Ritter auf und hat satzungsgemäß eine Repräsentationspflicht für das jeweilige Schützenjahr zu erfüllen. Eine erneute Kandidatur ist zudem erst nach 10 Jahren wieder möglich.



Die Repräsentanten
der vergangenen Jahre.



Die historische Entwicklung, wie es begann und wie das erste Jägerkönig-Vogelschießen vonstatten ging lesen Sie nachfolgend.




Das 1. Jägerkönigschießen 1975

Textbeitrag:
Archivar Peter Kleuel


In den 70er Jahren wurde auf Wunsch einiger Chargierter der Vorschlag unterbreitet, den Schießsport und die Geselligkeit zu fördern. Dies sollte mit einem Ausmarsch und mit einem Vogelschießen verwirklicht werden, bei dem ein Jägerkönig ermittelt werden sollte. Dieser Vorschlag fand auch gleich die Zustimmung des Vorstandes, auch wenn dies mit relativ großem Arbeitsaufwand verbunden war.

Am Donnerstag, dem 23. Oktober 1975 fand in der Gaststätte von Peter und Hannelore Lützenrath auf der Viersener Straße 11, eine Chargiertenversammlung des Jägercorps statt. Hier fasste man den Beschluss, alljährlich im frühen Herbst einen Ausmarsch mit Musik, der mit einem Schießen um die Würde des Jägercorps – Königs (auf Holzvogel) verbunden sein sollte, durchzuführen. Für die Planung ist der Vorstand zuständig, wobei der Jägercorps – König die finanzielle Verpflichtung hat, vier Ritterorden zu kaufen und das Jägercorps eine Königskette anschafft.

So trat das Further Jägercorps am Samstag, dem 25. September 1976 um 15.00 Uhr mit Kappe und dunklem Anzug an der Gaststätte „Zu den 7 Quellen“ auf der Brücke zum Ausmarsch an. Um 16.00 Uhr marschierte das Corps bei gleicher Marschfolge wie Pfingsten mit der musikalischen Begleitung der Kapelle Frohsinn Norf sowie dem Bundes-Tambourkorps Novesia, die jeweils in zwei Blöcke aufgeteilt waren, zur Gaststätte Bürgerhof von Peter Hensen zur Kaarster Straße.

Hier begrüßte der 1. Vorsitzende Josef Cleve alle Anwesenden und bald darauf konnte jedes aktive Mitglied eine Losnummer ziehen, in dessen Reihenfolge anschließend geschossen wurde. Man war schnell der Meinung, dass dies schon fast eine kleine Kirmes sei, wobei eine 8 – Mann – Kapelle von Frohsinn Norf für den musikalischen Rahmen sorgte. Gegen 16.30 Uhr begann dann bei herrlichem Wetter unter der Leitung des Schießmeisters Klaus Pohl auf dem Schießstand das Königsvogelschießen mit einem Kleinkaliber-Gewehr auf Holzvögel, welches mit dem Pfänderschießen seinen Anfang nahm.

Hier waren folgende Schützen erfolgreich:


  Pfänder Schütze Jägerzug
  Ritter des Kopfes Heinz Hagen In Treue Fest
  Ritter des r. Flügels Vinzenz Brock Waidmanns-Heil
  Ritter des l. Flügels Hubert Lindlau Waldeslust
  Ritter des Schweifes Heinz Horn Further Jonges

Dem schloss sich das Schießen um den Jungjägerkönig an, das Hans-Peter Junkers vom Jgz. „Kolping Jäger“ für sich entscheiden konnte, womit er erster Jungjägerkönig in der Geschichte des Corps wurde.

Dann begann ein spannendes Schießen um die Würde des Jägerkönigs. Dieses konnte Albert Krings (siehe Foto), Olt. vom Jgz. „Waldeslust“, mit einem gut gezielten Schuss beenden, womit er erster Jägerkönig in der Geschichte des Jägercorps wurde.

Als sich dann alle wieder im Saal eingefunden hatten, begann gegen 19.00 Uhr das Familienfest unter Mitwirkung der 8 – Mann – Kapelle von Frohsinn Norf. Der 1. Vorsitzende Josef Cleve konnte hier eine große Anzahl von Gästen begrüßen, worunter sich das Further Regiments – Königspaar Johann II. und Grete Ringl, diverse Komiteemitglieder sowie Ehrennadelträger des Corps befanden.

Gleich darauf wurde der neue Jungjägerkönig Hans-Peter Junkers proklamiert, dem sich die feierliche Proklamation des Jägerkönigs Albert I. Krings anschloss, dem seine Gattin Else zur Seite stand. Lang war die sich anschließende Hofcour, wollte doch jeder Jägerzug ihrem König die Reverenz erweisen. Kurz darauf sorgte Theo Ziebarth vom Jgz. „Further Jonges“ mit einer Einlage des Neusser Heimatliedes für Abwechslung, wonach dann noch ausgelassen gefeiert wurde und wobei auch die Tänzer zu ihrem Recht kamen.


1. Jägerkönig
S.M. Albert I. (Krings) mit Königin Else

Das Jägerschießen wird noch heute durchgeführt, wobei sich der Rahmen, aber auch der Termin im Vergleich zu den jungen Jahren, stark verändert hat. Alljährlich findet das Schießen heutzutage nachmittags am Tag des Oberstehrenabends, sprich zwei Wochen vor unserem Schützenfest, auf dem neuen Schießstand vor dem Festzelt statt.



In der Satzung sind hierzu folgende Punkte verankert.

§ 17 Jägerkönig

  1. Jägerkönig kann jedes aktive Mitglied werden, mit Ausnahme der Jungjäger.
  2. Das Königsvogelschießen findet einmal jährlich statt.
  3. Der Jägerkönig hat neben seiner Repräsentationspflicht, die Pflicht, die vier Ritterorden zu stiften.
  4. Jeder Jägerkönig kann sich frühestens nach 10 Jahren wieder um dieses Amt bewerben.

§ 18 Jungjägerkönig

  1. Die Jungjäger ermitteln jährlich den Jungjägerkönig.
  2. Der Jungjägerkönig hat keinerlei Verpflichtungen.
  3. Die Würde des Jungjägerkönigs kann nur einmal erreicht werden.