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Sankt Martin
11. November

Rubrik :: Aktivitäten | St. Martin Sammlungen

Sammlungen für St. Martin &
Organisation des Festes

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Ein jeder von uns wird seine persönlichen Erinnerungen an St. Martin haben, seine Lust und Vorfreude an das Brauchtum des Martinsfests kennen und den Stolz, mit dem er eine prall gefüllte Tüte voller Süßigkeiten nach Hause trug. Die Lieder, die wir als Kinder hierzu sangen, liegen uns heute noch auf den Lippen und versetzten uns unweigerlich in die Kindheit zurück.

Doch was hat dieser Brauch mit uns Schützen zu tun? Wenn man einmal darüber nachdenkt, eigentlich ja zunächst nichts…, eigentlich.

Organisation

Was uns als Kind, als auch den Kindern von heute weniger interessierte, ist die Frage wer das Fest des Heilgen Sankt Martins, das wir jährlich am 11. November feiern, organisiert und wer die Kosten hierfür trägt.

Kosten für die Fackelumzüge der Kindergärten und Schulen mit ihren selbstgebauten Handfackeln, das Martinsfeuer, an dem der heilige Martin seinen Mantel mit einem Bettler teilt, Kosten für die Musikkapellen und nicht zu vergessen, die Martinstüten nebst Weckmann (auch Piefenkerl genannt), die die Kinder vom St. Martin geschenkt bekommen.

Der größte Fackelumzug der großen Herzen findet nicht am Pfingstsamstag auf der Furth statt, sondern alljährlich immer am 11. November. Teilnehmer hier sind die diversen Grundschulen aus den Stadtteilen rund um Weißenberg. Dieser Fackelzug, aber auch die ganzen Aktivitäten rundherum, werden organisiert vom St. Martins-Komitee der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Neuss – Furth, welches bereits in den Sommermonaten mit ihrer Arbeit beginnt.

Heißt es doch so schön im Volksmund ohne Moos nix los, so zählt diese Weisheit auch für ein Martinsfest. Denn die Martinstüten, die Musik während der Umzüge und etliche andere Dinge wollen sich finanziert wissen. Hier stehen dann die Further Schützen parat, wenn es alljährlich ab etwa Ende September an das Sammeln von Geldern für die Kinder geht. Ein jeder Sammler – das Jägercorps stellt hier übrigens eine große Anzahl – zieht so in seinem Bezirk los und sammelt an den Türen Spenden für ein Gelingen des Martinsfestes ein.

Kurz vor dem 11. November wollen über tausend der Martinstüten für die Schüler der umliegenden Schulen, aber auch für die anderen Kinder der Furth zusammengestellt werden.








An dieser Stelle wiederum kommen viele helfende Hände der Further Schützenfamilie zusammen, um frisch und rechtzeitig am Nachmittag des Fackelumzugs alle Tüten zur Verteilung an die Kinder durch den heiligen Martin bereitzuhaben.


Unmittelbar vor dem Martinszug durch die Further Straßen, findet das Martinsfeuer auf dem Kirmesplatz statt. Dies ist wiederum organisiert durch das Martinskomitee mit tatkräftiger Unterstützung des Further Löschzugs. Auch hier kann man, wenn man etwas genauer hinsieht, bekannte Further Gesichter unter den Hauptakteuren finden.


So verkörpert hier, wie auch bei dem gesamten anschließenden Umzug, der langjährige Major des Further Jägercorps, Hans-Gerd Niemöhlmann, den St. Martin. Der Bettler ist vielen als langjähriger 1. Vorsitzender des Jägercorps, Rolf Robertz bekannt. Auch die beiden Knappen Hans-Peter Schlütter und Axel Hebmüller, die den heiligen Martin eskortieren, gehören zu den erfahrenen Reitern

im Further Schützenregiment. Den St. Martin für die Kleinkinder verkörpert Franz-Josef Wenke. Nicht zu vergessen auch die Vielzahl der Musiker aus den Tambour- und Fanfarenkorps, deren Einsätze das Erlebnis erst komplettiert.

Beim anschließenden Umzug nach dem Feuer, findet sich zudem die eine oder andere Musikkapelle wieder, die unter Schützen nicht unbekannt sein dürfte. Eine ganz besondere Gruppe an Musikanten bilden jedes Jahr wieder die „St. Martin Allstars“, eine Kapelle bestehend aus Aktiven und Ehemaligen des Further Fanfarencorps (heute: „1st Marine Tribute Band“), die unentgeltlich den Gesang der Kinder musikalisch unterstützen.

Natürlich darf auch der berühmte “Spaß an de Freud” unter der Vielzahl der Helfer nicht zu kurz kommen. So werden jedes Jahr nach dem Martinszug diejenigen, die das Martinsfest in dieser Form erst möglich gemacht haben, zum traditionellen „Käzkesspringe“ (Kerzen-springen) eingeladen. Jeder der Helfer, vom St. Martin über die Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, die Lehrkörper bis hin zum

Spendensammler kann sich hier seine eigene Martinstüte verdienen, in dem er über eine Reihe von Kerzen springt. Bei musikalischer Unterhaltung bietet diese Veranstaltung immer wieder einen gelungenen Abschluss des Martinsfests.

Schon zur Tradition geworden ist hier, dass die jeweilige Schützenkönigin, zusammen mit Irene Edenhofner, Martinsküchlein backt. Sie sind immer recht schmackhaft und finden somit schnell ihre Abnehmer.





Sankt Martinslied
in Neusser Mundart
(Melodie: Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind)

Zink Mätes, Zink Mätes,
et Kenk mot hüt en Fackel hann,
en Fackel för de Mätesmann,
en Fackel rot of jäl of jrön,
en Fackel on e Kääzke dren.

Zink Mätes, Zink Mätes!
De Mäteszog trickt dorch dat Lank,
nu packt de Fackel en de Hank.
Zink Mätes op däm wisse Päd
well kicke, we de schönste hät,

Zink Mätes, Zink Mätes!
Et Kenk, dat möt de Fackel jeht,
dat sengt e löstig Mätesleed.
On we dat Mätesleedsche kann,
de kritt ne Koke ut de Pann.

Zink Mätes, Zink Mätes!
Zink Mätes weeß, wat sech jehöt
on brengt ons all jet Leckesch möt.
On weil he ons jet Jodes jönnt
drom hat he och e Lov verdennt.

Übersetzung

Sankt Martin, Sankt Martin,
das Kind muss heute eine Fackel haben,
eine Fackel für den Martinsmann,
eine Fackel rot oder gelb oder grün,
eine Fackel und ein Kerzchen drin.

Sankt Martin, Sankt Martin!
Der Martinzug zieht durch das Land,
nun nehmt die Fackel in die Hand.
Sankt Martin auf dem weißen Pferd
will gucken, wer die Shönste hat.

Sankt Martin, Sankt Martin!
Das Kind, das mit der Fackel geht,
das singt ein lustiges Martinslied.
Und wer das Martinsliedchen kann,
der kriegt einen Kuchen aus der Pfanne.

Sankt Martin, Sankt Martin!
Sankt Martin weiß, was sich gehört
und bringt uns alle etwas Leckeres mit.
Und weil er uns was Gutes gönnt,
drum hat er auch ein Lob verdient.