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Blömkes!


Die Blumenhörner,
der Stolz der Jägercorps.

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Man(n) kann sich nicht daran sattsehen und Frau schon gar nicht. Ein Schützenfest ohne Jäger, kaum vorstellbar ohne Blumenhörner aber wäre es undenkbar. Zumindest für die Neusser und all ihren Gästen.

Besucher aus ganz Deutschland, BeNeLux, Österreich, der Schweiz und sogar aus den Staaten reisen jährlich extra an, um die Pracht unserer Jäger zu bewundern. Oder war es die Pracht der Blümenhörner? Egal, auf jeden Fall ist beides zusammen eine voneinander untrennbare Pracht, die uns zurecht den Ruf “des prachtvollen Corps” verleiht.

Stolz sind auch unsere Blumenhornträger, oder Hönesse, wie wir sie nennen, obgleich so ein Blumenhorn ganz schön auf ihre Schultern drückt.


Herstellung & Kosten

Unser langjähriges Corpsmitglied und Gärtnermeister, Hans-Willi Formacon, hat seinen Floristinnen beim Blumenhornstecken, -binden und -füllen quasi über die Schulter hinweg fotografiert und die einzelnen Schritte bis zur Fertigstellung in nebenstehenden Bildern festgehalten.

Im Durchschnitt werden rund 200 Blumen, jede Menge pflanzliche Dekorationen und ca. 4 Arbeitsstunden benötigt, bis die Pracht in voller Blüte steht.

Je nach Art und Größe des Füllhorns entstehen so 20-25kg gefüllte Last, die der Hönes während den uniformierten Umzügen auf seine Schultern hebt. Bei der Hofcour am Dienstagabend im Festzelt wirft er es zudem noch dreimal vor den Augen S. M. in die Höhe.

Für den jeweiligen Jägerzug ist so ein Blumenhorn zudem ein kostspieliger Posten im Kassenbericht, wie der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen ist. Multipliziert man diesen mit der Anzahl der Jägerzüge addiert sich schnell die Summe eines Mittelklassewagens die jährlich zu Pfingsten nur für den Blumenschmuck im Jägercorps investiert wird.

Unter uns Männern:
Dividiert man die jährliche Ausgabe des Zuges für ein Blumenhorn durch die Anzahl der Zugmitglieder, entsteht ein Betrag der manch einer im Jahr nicht an Blumen für seine “Liebste” ausgibt; mal so ganz im Allgemeinen und wie gesagt, nur unter uns Männern.

  Blumenhorn   im Detail  
  Kosten, je nach Art & Umfang   € 500,00 – € 600,00  
  Erneuerung   täglich  
  Anzahl Blumen zzgl. Dekogrün   ca. 200 Stk.
  Arbeitszeit je Füllung   ca. 2-4 Std.  
  Gewicht, je nach Art & Umfang   ca. 15-25 kg
  Höhe & Umfang   ca. 150 × 70 cm  




Sitte und Brauchtum
der Blumenhörner

Füllhorndeckel des Jägerzuges “Deutsche Eiche” im heutigen Besitz vom Jägermajor Hans-Gerd Niemöhlmann

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Entstanden ist diese Sitte im 19. Jahrhundert in unserer Heimatstadt Neuss. Zu dieser Zeit war es Tradition, dass jeder Jägerzug ein Trinkhorn mit Getränken verschiedenster Art, befüllt vom Vereinswirt und verschlossen mit einem Deckel, mitführte.

Im Jahre 1884 kam es nun, dass sich der Jägerzug des damaligen Gesellenvereins ein eigenes dieser Trinkhörner anschaffen wollte und hierfür bis zu diesem Zeitpunkt fleißig gespart hatte. Das Trinkhorn konnte auch rechtzeitig vor dem Schützenfest fertig gestellt werden, was hier jedoch noch fehlte, war der passenden Deckel, ohne den – wie man sich denken kann – der Inhalt des Horns nicht lange frisch und im Horn geblieben wäre. So war man kreativ und kam auf die Idee, das Horn mit einem frischen Blumenstrauß anstatt Getränken zu bestücken und präsentierte sich so auf der Straße. Diese damals doch nur improvisierte Art und Weise, sein Horn zu schmücken, fand viel Zuspruch und Begeisterung unter den Zuschauern und Schützen. So kam es, dass im Laufe der Jahre immer mehr Züge, auch über die Stadtgrenzen von Neuss hinaus, dazu übergingen, ein prächtiges Blumenhorn den Gästen der Umzüge zu präsentieren.

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich natürlich auch die Blumenhörner immer weiter entwickelt. Wo zu den Anfangszeiten der Blumenschmuck noch die Größe eines Blumenstraußes hatte, können heutzutage wahre Kunstwerke an den Schützenfesttagen vom Straßenrand bestaunt werden. Ein jedes Blumenhorn wiegt zum Teil über 20 Kilogramm und wird vom Hönes (abgeleitet vom plattdeutschen Wort „Hohn“ = Horn) jeden Zuges präsentiert und getragen.


Immer wieder sehenswert ist sicherlich die Parade der Hönesse, die auf der Furth jedes Jahr direkt vor der Königsparade am Pfingstsonntag stattfindet. Hier marschieren dann sämtliche Hönesse des Jägercorps gemeinsam mit den Schwenkfahnen des Regiments auf dem Paradeplatz auf und hüllen so zu Ehren Seiner Majestät die Kaarster Straße in ein prächtiges buntes Blumenmeer. Aber auch am Schützenfestdienstag, bei dem großen Krönungsball, tragen die Hönesse dazu bei, den Krönungsakt durch ihre schmückende Dekoration farbenfroh mitzugestalten – sowohl beim Fahnenein- und -ausmarsch aber auch bei der Gratulationscour, wo ein jeder Hönes sein Horn dem König präsentiert.

König der Höneße

Seit 2009 schießen die Hönesse ihren König aus. Die hierzu gehörende Königsnadel wurde im gleichen Jahr vom amtierenden Jägerkönig Christoph Robertz und seiner Königin Sarah gestiftet.

  König der Hönesse   Jahr   Jägerzug
  Alexander Platen   2009/10   Op Zack  
  Stefan Kremer   2010/11   Heimat Treue  
  Fritz Kuchta   2011/12   Mer stond zur Food  
  Alexander Platen   2012/13   OP Zack  
  Arno Küsters   2013/14   Kolping Jäger  

Die HÖHNES-Nadeln.

Besondere Augaben bedürfen besondere Auszeichnungen.

Silberne
Ehrennadel
Goldene
Ehrennadel
Die
Hönes Nadel
naxh 15-jähriger
Amtszeit
nach 25-jähriger
Amtszeit