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Der Fackelbau

Der Fackelbau

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Eine Großfackel wird von den Zügen meist von einigen Schützenbrüdern des Zugs in stundenlanger Arbeit an vielen Tagen gebaut. Meist wird um die Osterzeit mit dem Bau begonnen, um sicherzustellen, dass die Fackel zum Schützenfest auch im vollen Licht erstrahlt. Der Fackelbau hat auch seine soziale Seite, fördert er doch den Zusammenhalt in der Gemeinschaft und so mancher Schützenbruder erlernt dabei vieles an handwerklichem Können, wobei sich durch jahrelange Übung wahre „Fackelbaumeister” in den Reihen der Jäger, aber natürlich auch im Regiment, finden lassen.

Historie Fackelbau

Schon 1933 begann am Pfingstsamstag um 20.00 Uhr der erste Further Fackelzug nach dem 1. Weltkrieg. Startpunkt war hier die Gladbacher Straße. Da es noch nicht dunkel war, zog der Fackelzug mit Verspätung durch die geschmückten Straßen der Pfarre St. Josef. Die Chargierten trugen Pechfackeln und einige Schützenzüge führten Transparente mit, die durch Kerzen beleuchtet waren.

Schon ein Jahr später, im Jahr 1934, trat das Regiment zum Fackelzug um 20.45 Uhr an. Besonderen Anklang fanden hier die erstmals mitgeführten Großfackeln, die noch getragen wurden. Hier wurde durch das Komitee schon eine Fackelprämierung vorgenommen, die mit gewisser Spannung erwartet wurde. Den 2. Preis belegte der Jgz. „Mer dont möt“ mit dem Fackelthema: „Kannst du küssen Johanna?“ Der 3. Preis ging an den Jägerhauptmannszug „Immergrün“ mit dem Fackelthema: „Das Schweinefüttern“. Diese Fackel kam wie folgt zustande: Als die Kameraden Johann Möllersmann fragten, ob er Pfingsten den Zug als Olt. führen wolle, sagte seine Mutter: „Wells de dä Zoch mötmache morje…., mosste ersch de Virkes versorje!“ (Willst Du den Schützenzug mitmachen Morgen, musst Du zuerst die Ferkel versorgen.) Eine weitere Großfackel führte der Jgz. „Gute Freunde“ mit. Sie hatte das Thema „Adam auf Brautschau“.

Ab 1952 hatte mancher Zug unter die Großfackeln dann auch schon Räder montiert, was sich dann auch schnell verbreitete.

Führte das Jägercorps nach dem 2. Weltkrieg anfangs noch vier Großfackeln mit, steigerte sich dies im Laufe der Jahre, da ja auch die Anzahl der Züge wuchs.

1955 wurden im Regiment acht Großfackeln mitgeführt. Das Jägercorps hatte 12 Züge, fünf hiervon bauten eine Großfackel. 1960 hatte das Jägercorps 15 Züge mit fünf Großfackeln.

1970 wurden zehn Großfackeln mitgeführt, wobei das Jägercorps mit 15 Zügen fünf Großfackeln stellte. 1980 zählte das Jägercorps 24 Züge und führte acht Großfackeln mit. 1990 wurden insgesamt 15 Großfackeln mitgeführt, wobei das Jägercorps mit 36 Zügen sieben Großfackeln stellte. Im Jahr 2000 führte das Regiment 18 Großfackeln mit, wobei das Jägercorps mit neun Großfackeln aus 23 Zügen vertreten war. 2010 hatte das Regiment 20 Großfackeln aufgeboten, das Jägercorps war hier mit 10 Großfackeln aus 25 Zügen vertreten. 2011 hatte das Regiment sogar 22 Großfackeln aufgeboten, wobei das Jägercorps mit 11 Großfackeln aus 26 Zügen vertreten war.

Nicht immer ganz einfach war es, einen geeigneten Platz zum Bauen einer Großfackel zu finden. Als Erstes wurde das Further Straßenbahndepot abgerissen. Dies sorgte dafür, dass einigen Schützenzügen hier die Möglichkeit zum Bau der Großfackeln genommen wurde. Hier konnten nur einige neue Orte gefunden werden. In den 90er Jahren waren immer mehr Scheunen, in denen die Großfackeln gebaut wurden, abgerissen oder verkauft. So verloren weitere Züge ihre Baumöglichkeiten. Dies führte dazu, dass der Anteil der bauwilligen Züge für Großfackeln immer weiter schrumpfte.

Eine Besserung der Situation konnte erst wieder im Jahr 2003 hergestellt werden, als die neue Fackelbauhalle an der Neusser Weyhe durch die Further St. Sebastianus – Bruderschaft feierlich eröffnet wurde.