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Warum schreibt man
eigentlich Jägercorps
und spricht:
‘Jägerchor’ ?

“Jägercorps antreten!”

Spätestens, wenn wir diesen Befehl unsers Jägermajors hören, wissen wir es geht wieder los. Der Tambourmajor bringt seinen Tambourmajorstab – (hier Video ansehen) – in Funktion, die Flöten und Trommeln beginnen ihr fröhliches Spiel und das gesamte Jägercorps folgt im Gleichschritt ihren Klängen.

Das mit dem Gleichschritt ist einfacher als man denkt. Mit dem linken Bein beginnt man den ersten Schritt, es folgt das rechte Bein und der Rhythmus der Musik lässt die nächsten Schritte mehr oder weniger automatisch folgen.
Gleichschritt - wie geht das eigentlich? Zur Kontrolle hört man einfach auf den Paukenschlag der dicken Trommel. Wenn der ertönt, muss die Hacke/Ferse des linken Fußes auftreten. Das Kommando hierzu lautet: „Im Gleichschritt – Marsch!“ Angehalten wird auf das Kommando mit der Ankündigung: „Abteilung– Halt!“, wobei das Halt das Ausführungskommando ist, wenn sich der rechte Fuß auf dem Boden befindet. Dann wird der linke Fuß nur nach vorne, auf gleiche Höhe wie der rechte Fuß bewegt. Dort bleiben die Füße und der ganze Körper solange ruhig stehen bis das Kommando: “Rührt euch!” ertönt.

Hinweis: Die perfekte Schützenhose wird mit Hosenträgern getragen und hat zudem Stege, die die Hose während des Marschierens stramm hält. Die Stege gehen von der einen Innenseite des Hosenbeins unter den Schuh, rüber zu der anderen Innenseite. Befestigt werden sie mit Knöpfen, damit man sie beim Waschen entfernen kann und kaufen kann man sie überall dort wo es Zubehör für Uniformen oder Kurzwaren gibt. ::



Wie funktioniert
eigentlich ein Jägercorps?

Da gibt es zunächst mal die einzelnen Züge, also Jägerzüge. Solch ein Zug ist eine verschworene Gemeinschaft, so eine Art Familie innerhalb der großen Familie des Schützenwesens. Sie helfen sich untereinander in allen Lebenslagen, feiern zusammen, wann immer es etwas zum Feiern gibt, helfen und schützen Anderen, treffen sich regelmäßig zu ihren Zugversammlungen und stellen zum Schützenfest gemeinsam mit allen anderen Schützen sicher, dass die Tradition erhalten bleibt.

Einmal im Jahr wählen sie dann auf solch einer Zugversammlung die zu vergebenen Ämter und Positionen. Den Oberleutnant, Leutnant, und Feldwebel (das ist der mit dem dicken Bleistift und dem Buch in der Tasche, in dem er alles notiert was schief gegangen ist und manchmal, wenn es besonders schief gegangen ist, wird dem Betroffenen eine Strafe erteilt). Sie führen und leiten den Jägerzug während der Schützenfesttage. Dann gibt es noch den Höhnes zu bestimmen. Das ist quasi die “Mutter der Kompanie” der zumeist schönste Mann im Zug. Denn er trägt die ganze Pracht des Zuges – das Blumenhorn. Einige Züge haben auch noch einen oder auch mehrere Fahnenschwenker. Das sind wahre Akrobaten. Es bedarf Kraft, Geschick, Beweglichkeit und ein gutes Gefühl für die Fahnen, die sie im Stehen als auch beim Gehen in kunstvolle Schwingungen versetzen.

Übrigens: Das Fahnenschwenken hat für uns eine besondere Bedeutung: Es stellt die Fesselung des hl. Sebastianus dar (in der Reihenfolge Kopf, Arm, Hände, Handgelenke, Körpermitte, beide Beine, rechtes Bein, linkes Bein, aufwickeln). Der hl. Sebastianus ist der Schutzpatron unserer Bruderschaft. » Wie das Fahnenschwenken im Original aussieht, könnt ihr euch hier online ansehen »_


Zeichnung Fahnenschwenker - Jägercorps Neuss-Furth ©2013 Konny Cleve

Bei der Vielzahl der Jägerzüge müssen natürlich auch “Chefs” da sein, die für die notwendige Ordnung und Disziplin sorgen. Hoch zu Ross, damit man sie auch aus der Ferne sehen kann und sie alles gut überblicken können, reiten der Major und sein Adjutant. Der Adjutant hat die Aufgabe dem Major bei der Ausführung seiner Tätigkeit und Befehle an das Corps zu unterstützten, bzw. diese weiterzuleiten. Doch das kommt eher selten vor, denn das Jägercorps ist ja ein eingespieltes Team und im Grunde weiß jeder was er zu tun hat, tun soll, tun darf und was nicht. Nun ja, die meisten zumindest.


Danach kommt die Jäger-Fahnenkompanie, die, wie das Wort es schon sagt, für die Fahnen des Jägercorps verantwortlich sind. Das sind diesmal aber keine Schwenkfahnen, sondern schwere, aus kräftigen Stoffen von Hand genähte Traditionsfahnen, die kunstvoll bestickt und wertvoll sind, was der Grund dafür ist, warum in der Jäger-Fahnenkompanie nur Chargierte ihren Dienst tun, hiermit ihre besondere “Treue zur Fahne” signalisieren und über einen eigenen Hauptmann, dem “Hauptmann der Fahne”, verfügen.


Es folgt der Jäger-Hauptmann mit seinem Jäger-Hauptmannszug. Doch zwischen ihm und der Jäger-Fahnenkompanie marschiert noch die Falkner-Gruppe, die Jugendabteilung des Jägercorps, die einer besonderen Obhut unterliegen.

Damit bei der Größe des Corps auch alle von der Musik was mitbekommen, gibt es drei Marschblöcke mit jeweils zwei Musikkapellen, die entweder gemeinsam oder im Wechsel spielen. Und damit alles reibungslos verläuft, hat jeder Marschblock einen Blockführer, der für Ordnung innerhalb des Blocks sorgt und dem Hauptmann unterstellt ist. So wie jeder Oberleutnant, Leutnant und Feldwebel für Ordnung innerhalb des Zuges verantwortlich ist. Die bezeichnet man übrigens alle als Chargierte.


Chargierte? Das Wort stammt aus dem französischen (la charge für Last, Bürde, Amt), der Begriff Charge stand und steht für die Führungsämter einer Studentenverbindung. Der Inhaber der Charge wird Chargierter genannt; beide Ausdrücke werden aber häufig in der Bedeutung von Amtsinhaber verwendet (Person mit Dienstgrad) und ist dem militärischen Sprachgebrauch entnommen. :: wikipedia.org).


Mehrfach im Jahr gibt es dann eine Chargierten-Versammlung, auf der die “Marschrichtung” des Corps festgelegt wird, Ämter oder Posten gewählt werden und tausend Dinge eben besprochen und vereinbart werden, die zuvor schon x-fach von dem Jägercorps-Vorstand diskutiert und vorbereitet worden.

Vorstand? Ach ja, den gibt es ja auch noch. Der Vorstand besteht aus Mitgliedern des Jägercorps, die auf der Jahreshauptversammlung eben in den Vorstand berufen oder gewählt werden. Sie haben mit all ihren Ämtern (Vorsitzenden, Schriftführer, Kassierer, Presse- und Zeugwart, Jungjägerbeauftragter, Schießmeister, … – alle haben natürlich auch einen Vertreter, für den Fall, dass sie mal ausfallen) die Aufgabe, dass das Jägercorps auch außerhalb der Schützenfesttage reibungslos funktioniert, und bereiten somit ganzjährig alles bis zum Schützenfest vor.


Du siehst, es gibt eine ganze Menge zu tun, bis es dann endlich losgeht und der Major wieder ruft:

“Jägercorps antreten!”

Link auf Gremien - Jägercorps Neuss-Furth

Zum Vorstand des Jägercorps … »





HALT! Da wäre ja noch die Frage
nach dem Warum zu klären.



Warum schreibt man “Jägercorps” und spricht: “Jägerchor” ?

Dass das Jägercorps kein Männer-Gesangsverein ist, werdet ihr schon bemerkt haben. Das Wort Corps kommt aus dem Lateinischen und heißt: Körper oder Gemeinschaft, warum man auch Musikkorps schreibt, wenn man eine Musikkapelle meint oder von einem Musikkörper – womit die Musikkapelle gemeint ist – spricht.

Oder aber der Korpsgeist – was kein Geist ist der herumschwirrt, sondern womit der geistige Zusammenhalt innerhalb einer Gemeinschaft gemeint ist. Die Schreibweise mit “C” oder “K” stellt lediglich die alte bzw. die neue dar.